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Ausgabe 11-2010

Kleine Knirpse toben bei alten Eulen

Kleine Knirpse toben bei alten Eulen
Hockey Club Lindenau Grünau zwischen Kindersport und Kunstrasen.

Immer donnerstags toben kleine Knirpse durch die Sporthalle in der Lindenauer Friesenstraße 6. Sie kommen aus den nahe gelegenen Kitas „Spielhaus an der Linde“ und „An der Lehde“. Am Eingangstor lächelt sie eine freundliche Eule an: das Symbol des Hockey Club Lindenau Grünau (HCLG).

„Bei den Kindern steht eindeutig der Spaß an der Bewegung im Vordergrund“, sagt HCLG-Geschäftsführer Christoph Elste. Wenn einer der Kleinen von sich aus die Freude am Hockey entdecke, sei er beim HCLG natürlich herzlich willkommen.

Seit 1926 wird Hockey im Leipziger Westen gespielt. Jahrzehntelang auf dem Sportplatz Charlottenhof unter dem Dach der ‚TSG 1848 Leipzig - Lindenau‘; später unter anderem bei ‚Empor Lindenau‘ und dem ‚SV Lindenau 1848‘.

„Doch auf unserem Naturrasenplatz waren wir der sportlichen Entwicklung 15 Jahre hinterher“, beschreibt Christoph Elste die damalige Situation. So wagte man 1992 den Neuanfang unter eigenem Namen und mit einer neuen Anlage. Die Geschäftsstelle und die vereinseigene Sporthalle verblieben in der Friesenstraße, der Kunstrasenplatz liegt an der Straße am Park in Grünau.

Und wie ist das mit der „Alten Eule“? Vereins-Urgestein Dr. Günther Conradi erzählt von einer Mannschaftsreise in den 1950er Jahren. Am Ostseestrand von Prerow entstand aus Muscheln eben jenes weise Flugtier. Es wurde Zeichen und Schlachtruf zugleich.

Heute gehören dem Verein etwa 300 Mitglieder an, davon 100 Kinder. Die Minis, wie man beim Hockey die unter Achtjährigen nennt, trainieren in der Lindenauer Halle. Bei ihren Vergleichen mit anderen Teams geht es nicht nur um Tore. Auch für den Erfolg bei Staffelwettbewerben kann man mit Geschick und Köpfchen Punkte sammeln.

Zwei Feriencamps für Kinder und Jugendliche richtet der Verein traditionell aus. In den Winterferien wird der „Eulenhorst“ in der Friesenstraße eine Woche lang Tag und Nacht bevölkert; in der letzten Woche der Sommerferien schlägt man in Grünau die Zelte auf. Eine solch umfangreiche Kinder- und Jungendarbeit funktioniert nur mit “guten Seelen, ohne die es nicht geht“, hebt Christoph Elste hervor und nennt stellvertretend Susann Conradi, Mandy Göserich, Sandy Fahr und Manfred John. Steffen Wollenburg leitet in seiner Freizeit Schul-AGs an.

Auch sportlich läuft es derzeit rund beim HCLG. Damen und Herren überwintern in Regionalliga bzw. Oberliga jeweils auf dem zweiten Platz. Aufstieg im Frühjahr nicht ausgeschlossen.

Bereits zum dritten Mal organisierte der Verein in diesem Jahr den Schlett-Cup. Mit den Einnahmen und Spenden wird die ehemalige HCLG-Spielerin Michaela Schlett unterstützt, die seit einem Unfall querschnittsgelähmt ist. Mittlerweile ist das Turnier so angewachsen, dass in Markranstädt parallel in zwei Hallen gespielt werden musste (nach Redaktionsschluss). Der Erlös wird in diesem Jahr bei der Anschaffung eines Handbikes helfen, mit dem Michaela Schlett künftig beim Marathon starten will.