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Ausgabe 11-2010
Supermutti schlägt zu
Männermorde auf der Karl-Heine-Straße:
Erstmal die Heizung anmachen, die Jacke bleibt besser an, und der Tee ist noch besser als dicke Socken. Eigentlich soll es nur ein kurzes Gespräch über ein Filmprojekt von und mit Alleinerziehenden werden, dann dauert es im Westwerk etwas länger.
Im Plagwitzer Westwerk hat die essential existence gallery (EEG) ihre Räumlichkeiten, und hier arbeitet auch eine der Hauptakteurinnen Ariane Jedlitschka. Die 31jährige engagierte Schleußigerin hat 2006 den Verein ‚Helden wider Willen e.V. ‘ mitgegründet. Im Jahr darauf initiierte der Verein die EEG.
„Der Gedanke ist eigentlich ganz einfach: Menschen an moderne Medien heranführen und den Umgang mit Technologie praktisch und spielerisch gestalten“, erzählt Jedlitschka, „das ist hier bei unserer Arbeit ein ständiger Prozess und entwickelt sich immer weiter.“ In der EEG können sich Menschen an digitalen und multimedialen Werkzeugen ausprobieren und ihre Ideen und Prototypen präsentieren. Die Frage für Ariane Jedlitschka lautete fast täglich: Was will ich heute lernen – Filme drehen – aber keine, die nur die Kasse klingeln lassen, sondern Streifen, in denen eine Aussage steckt. Hört sich klischeehaft an und riecht nach Sozialpädagogik. Weit gefehlt: Die Opferhaltung lehnt die alleinerziehende Mutter ab. Alleinerziehende Menschen seien genauso in der Lage, zu formulieren, welche Ziele sie noch haben. Vor diesem Hintergrund entstand dann letztlich ‚Supermutti Kick-Off 2007‘?
„Es waren meine eigenen Erfahrungen, die ich als Alleinerziehende mit einem kleinen Kind und Studium gemacht habe“, erzählt Jedlitschka weiter, „es geht vielen so, dass man das Leben komplett umstellen muss, wenn ein Kind da ist und die Verantwortung dafür alleine stemmt – geplant oder ungeplant.“ Die Frauen, die an dem Projekt mitgewirkt haben, waren alle in einer ähnlichen Situation und ließen sich darauf ein, auch vor der Kamera zu agieren. Gar nicht so leicht, bedenkt man, dass die Geschichten im Film auf realen Erlebnissen der Mitwirkenden vor und hinter der Kamera beruhen. Die fünf Frauen arbeiten seit 2007 an dem Film und der Geschichte. Das Ziel war von Anfang gesetzt: Eine Filmproduktion mit Kamera, Ton, Licht, Schauspiel, Dramaturgie, Kostüm, Maske, Regie und Marketing selbst zu erfahren. Unterstützung gab es von Profis aus der Branche.
Ein Vorgeschmack auf ein Plädoyer gegen Geschlechterklischees mit tiefschwarzem Humor ist im Netz unter www.supermom.eu/film zu finden. Der Abschluss mit den mysteriösen Todesfällen an Männern auf der Karl-Heine-Straße – großartig. „Der Film ist eine inszenierte Dokumentation der Vergangenheit, welche in besonders dramatischen und traumatischen Momenten ins Fantastische geleitet.“ So die Selbstbeschreibung.
Wieso wird die ‚Supermutti‘ jetzt zur ‚Supermom‘?
„Ab 2010 soll das Filmprojekt auf internationaler Ebene als europäisches Innovationstransferprojekt durchgeführt werden“, erläutert Jedlitschka weiter, „Die deutsche Nationalagentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung hat unser Projekt für förderwürdig bewertet!“
Der Startschuss für diese europäische Bildungskooperation fällt am 15. und 16. November in Leipzig. Dann findet hier das erste Treffen der Projektpartner statt. Gemeinsam mit der wisamar Bildungsgesellschaft GmbH und Partnern aus Polen, Frankreich, Italien und Großbritannien entstehen bis 2013 fünf neue Kurzfilme. Die Teilnehmerinnen von Supermom Kick OFF dokumentieren ihren Alltag mit eigenen Kurzfilmen und thematisieren damit die spezifischen Probleme alleinerziehender Familien ohne festen Job in fünf europäischen Ländern.
Dazu wird Unterstützung gebraucht, denn 2013 kommt erst Geld von der EU. Für die Zwischenfinanzierung sucht der Verein ‚Helden wider Willen e.V.‘ als deutscher Projektträger zehn Euro Mini-Kreditgeber. Sieben Euro sind Darlehen bis 2013. Drei Euro sind Spende für den Eigenanteil des Vereins.
„Wir freuen uns über jede Unterstützung, von Spenden und Darlehen zur Vorfinanzierung des Projekts bis hin zu Kinderbetreuung, Catering, Requisiten, Maske, Kostüme, Schauspieler, Internetauftritt und Öffentlichkeitsarbeit“, fasst Jedlitschka zusammen. Das Projekt wird sicher noch von sich hören und sehen lassen.
Kontakt:
http://www.supermom.eu
http://www.supermom-kick-off.eu/
http://www.facebook.com/supermom.eu
http://twitter.com/supermom_eu
http://www.ideen-initiative-zukunft.de/projekt/anzeigen/22069
per Mail:
Ariane Jedlitschka
mail supermutti@eexistence.de