Werbung
Ausgabe 4-2012
Frühjahrsrundgang
Frühjahrsrundgang zum Auftakt der Kultursaison 2012. Von Cesare Stercken
Wenn man von außerhalb nach Leipzig kommt, und die Spinnerei sucht, oder dorthin möchte dann ist man, wenn man den ÖPNV nutzt, sehr alleine mitunter. Denn einen Straßenbahnfahrer zu finden, der wüsste wo die Spinnerei ist, gleicht der wohl bekannten Suche im Heuhaufen. Besser ergeht es dem PKW-reisenden, der kann sich mittels der Ausschilderung der „Westkultur-Route“ orientieren. Bleibt dabei das Schimpfen übder die angeblich so hohen „Spritpreise“, um der auf dem Sterbebett befindlichen „liberalen Partei“ einen Sinninhalt einzutrichtern.
Gut, kommen wir zur Kultur:
Der große Frühjahrs-Rundgang findet am 28./29. April statt. Alle Galerien und Ausstellungsflächen bieten ihre Räume zur Begehung und Inspiration dar. Das st gleichzeitig auch allseits genutzter Beginn neuer Ausstellungen und die Möglichkeit das sonst verschlafene „Spinnerei-Städtchen“ in Aktion zu erleben. Aber auch außerhalb der Mauern und abseits der Wege bieten sich Perlen zur Entdeckung. Die Galerien im Umfeld der Spinnerei haben zu diesem Termin ebenfalls ihre Tore weit geöffnet.
Ein sicherlich herausragender Höhepunkt, zumindest für die Freunde des Tanzes und der klassischen Musik, bietet an dem Wochenende eine Deutsch-polnische Ballettpremiere.
Ausgangspunkt der Leipziger Choreografin Montserrat León ist die Farbe Weiß. Inspiriert von einer Reise ins Konzentrationslager Auschwitz hat die Leipziger Choreografin Montserrat León die Ballettsinfonie entworfen. "Die Leere und die strahlende Helligkeit dieses Ortes haben einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen", erinnert sie sich an den Besuch an einem klaren Wintertag.
Ähnliche Eindrücke finden sich auch in Góreckis 3. Sinfonie aus dem Jahr 1976 wieder, die als "Sinfonie der Klagelieder" bekannt geworden ist. Im 2. Satz bezog sich der Komponist auf die Inschrift einer Inhaftierten an der Zellenwand des Gestapo-Hauptquartiers in Zakopane. Der rote Faden, der sich durch das Werk Góreckis zieht, ist die Mutterschaft und das Auseinanderreißen von Mutter und Kind durch den Krieg.
Interpretiert wird die 3. Sinfonie von Henryk Mikołaj Górecki (1933–2010) mit polnischen Solisten und dem Jugendballett der Spinnerei. Aufgeführt wird die Ballettpremiere in der Halle14, in der ehemaligen Bamwollspinnerei, Spinnereistraße 7, 04179 Leipzig. Karten-Vorbestellungen unter:
icz@icz-leipzig.de